ÜL-P Aufbaulehrgang 05.-09.05.2006
Hm, wie hießen die noch alle? Es gibt die Erinnerung an eine nette Gruppe aus dem Basislehrgang. Aber Namen... und was die machen, wenn sie sich gerade mal nicht mit Gesundheitssport beschäftigen - ähm - .Wir stehen im Kreis und Fendina hilft uns auf die Sprünge. Wie so oft in diesem Lehrgang zeigt sie uns fröhlich und bestimmt wo es lang geht und was gerade wichtig ist. Schon wird wieder viel gelacht oder auch nur still in sich hineingegrinst.
Erwartungsfroh wird schnell noch zu Abend gegessen und dann hören wir im Vortrag über Sportmedizin, dass auch Golfspieler sich bewegen, tolle Söhne mit tollen Vätern Ski laufen und Göttingen sich im absoluten Flachland befindet. Aha! Nach erstem Frust tragen wir es mit Fassung und Humor und wissen, dass wir in den nächsten Tagen aufregenderes erfahren werden.
Bier, Wein, kurzer Schlaf, kurzes Frühstück und weiter.
Samstagmorgen: Ob die Wirbelsäule nun wie zwei Fragezeichen oder doch wie ein Doppel-S aussieht, ist wohl eher Ansichtsache. Das Ding verfügt jedenfalls über Lordosen und Kyphosen, es gibt Bandscheiben, ein Becken, ein Kreuzbein, Bänder und Muskeln halten irgendwie alles zusammen und man kann, was wir danach erfahren, sogar Gymnastik damit machen. Powerhouse Bettina legt ihr Modell zur Seite und widmet sich nun den Bewegungsapparaten der Gruppe. Sie mobilisiert, lockert, entlastet und zeigt uns mit Pilates die Grenzen unserer ganz eigenen Bewegungsfähigkeit. Anspannen, Bauchnabel einziehen, Bewegung ausführen, weiter atmen, den Beckenboden nicht vergessen (manch einer weiß hier nicht so recht was gemeint ist, schaut gequält und macht aber brav mit).
Kurzes Aufatmen, schnell ein paar Happen essen, weiter mit Carsten.
Ausdauertraining. Aber nicht einfach nur so Gehen oder Laufen. Und schon gar nicht so wie man selber will! Nee, im Kreis, im Dreieck, nach Zeit, nach Gefühl, nach Puls, nach ABC, vorwärts, rückwärts, seitwärts, rotieren, abrollen, bloß nicht in den Passschritt verfallen, mitmachen, nicht schwatzen, konzentrieren, zuhören. Und da sagt uns der Mann, Laufen sei die natürlichste Bewegungsform des Menschen. Gnadenlos!.
Kurz einen Kaffee, ein Biss in ein Stück Kuchen, ein halber ausgesprochener Satz und weiter.
Propriorezeption. Was ist das denn? Wir stehen auf piksigen Untergründen, balancieren auf kleinen Matten mit englischen Namen und bekommen dazu eine verhungert aussehende Langhantel in die Hand. Skeptische und befremdliche Blicke machen sich breit. Flexi-Bar. So so. Balancierend schütteln wir die Stange in verschiedene Richtungen, kommen uns merkwürdig dabei vor, fallen von den wackeligen Untergründen und versuchen ernst zu bleiben. Höchste Konzentration ist erforderlich. Es fällt schwer, spätestens beim Anblick von Walter, der aussieht als hätte er einen Griff in den Stromkreis getan.
Durchgerüttelt und gut geschüttelt dürfen wir kurz uns vertraute Messer und Gabeln in die Hand nehmen, immer noch zitternd schnell etwas essen und trinken - und weiter geht`s.
Dehnungsmethoden. Ach ja. Dynamische und statische Methoden, mit denen vor und nach der Bewegung Muskelkater erzeugt werden kann. Schuld daran sind die Z-Scheiben! Es ist inzwischen 21 Uhr. Ich kann nicht mehr zuhören, auch wenn hier gerade der spricht, dem man immer zuhören muss. Ich will duschen und ein Bier trinken (oder zwei), ich möchte einfach nur noch Quatsch hören und reden, an die Decke starren und bitte, bitte erst morgen weiter machen. Danke!
Sonntag. Kurze Nacht, kurzes Frühstück - weiter. Der eine oder andere hat Kopfschmerzen. Einige klagen über Muskelkater in den Propriorezeptoren - oder ist es doch der Beckenboden? Egal. Gejammert wird eh nicht. Natürliche Bewegung mit Stöcken steht auf dem Plan. Bei dem der alles sieht. Spätestens hier merken auch Sidney und Mike, dass das stimmt. Sie schleichen kurzfristig unmotiviert in ihrer Bewegung aber motiviert schwatzend durch ein vermeintlich unübersichtliches Außengelände. Und schon erwischt. „Ich sehe alles!", so Carsten. Alle anderen versuchen nicht weiter aufzufallen und sich nicht gegenseitig mit den Stöcken zu verletzen und beobachten den Einfluss verschiedener Gangarten auf ihre Pulsuhr, versuchen vorne kräftig anzufassen, hinten loszulassen, zu rotieren, abzurollen, den Oberkörper in leichte Vorlage zu bringen. Den Diagonalschritt nicht vergessen! Und Lächeln!
Kurzes Mittagessen, noch ein unvollständiger Satz, ein kurzer Blick in die Runde, alle leben noch, ich auch? Weiter.
Das Powerhouse ist wieder da. Wir sollen uns auf die Körpermitte konzentrieren. Machen wir. Moment...da ist oben, hier ist unten, aha, ja, ich hab`s. Bettina zeigt uns mit unglaublicher Leichtigkeit wie Rücken, Bauch und Rumpfmuskulatur auf dem Step-Brett trainierbar sind. Ich versuche es mir auf dem kantigen Brett gemütlich zu machen. Vielleicht mit viel Phantasie...nein, aua, Beckenknochen und Schambein lassen definitiv keinen Schlaf zu. Kommentar von der Ausgeschlafenen da vorne: „Macht weiter, irgendwann bekommt ihr Hornhaut und spürt nichts mehr." Ab hier spüre ich tatsächlich nichts mehr. Verknotet und eingewickelt in Therabänder, driften meine Gedanken immer mehr ab. Gab es zwischendurch eine Pause? War ich auch mit? Die Übergänge werden immer fließender.
Abends kommt etwas ganz kurioses auf uns zu: Modern Arnis. Endlich darf man mal zuschlagen! Viel Rhythmusgefühl, Koordination, aber auch Vorsicht und Rücksicht sind jetzt angesagt. Heiko erklärt mit großer Begeisterung, was das eigentlich für eine Kampfkunst ist. Das fällt dermaßen aus dem Rahmen, dass alle wieder wach werden und engagiert auf ihren Partner losgehen. Gab es nicht auch einen Mörder unter uns? Sind wir denn alle nicht tot zu kriegen?
Pause, Ende, der Tag ist vorbei, geschafft! Kurzer Schlaf, GONG, weiter:
Am nächsten Morgen ist zumindest klar, dass die Sauna ein ganz gefährlicher Ort ist. 7 Tote über Nacht. Aber darüber können wir jetzt nicht weiter nachdenken. Denken müssen wir nun in der Halle. Brainfitness! Theraband und Aerostep für`s Gehirn? Das Hirn im rotierenden Diagonalschritt? Wir sind überrascht, was Maren noch alles aus uns herausholt. Zahlen merken, Buchstabenreihen aufsagen, zwischendurch Bälle nach links und rechts bewegen und trotzdem noch Zahlen im Kopf haben. Sogar das Augenzwinkern funktioniert bei fast allen noch. Zur Belohnung für die Arbeit mit rechten und linken Gehirnhälften erstmal eine kurze Pause, Schluck Kaffee, sogar ein kurzes Gespräch und weiter.
Entspannung! Oh, danke, Maren, dass du dabei bist! Die Übung hat kaum angefangen, als neben mir die ersten Schlafgeräusche zu hören sind. Mein Zimmerkollege! Bei ihm setzte die Entspannung schon mit dem Hinlegen ein, wir anderen haben die Progressive Muskelentspannung als Ganzkörperprogramm erleben dürfen. Gut gelaunt, fröhlich und entspannt, mit einem Stück Kuchen im Bauch und Koffein zum Wieder-Wach-Werden hetzen wir nach der Pause wieder in die Halle. Weiter geht`s.
Ausdauertraining auf dem Step-Brett. Während ich gestern gerne noch auf dem Ding geschlafen hätte, macht es mir heute enorm viel Spaß. Fendina strahlt und puscht uns alle zur Höchstform. Hoch, runter, kick, step, trip, trapp, was sie da redet muss ja nicht jeder verstehen. Mitunter kommt jemand aus dem Rhythmus, aber insgesamt sieht das wirklich ganz toll aus!
GONG, ein verdientes Abendessen und weiter!
Ernährung. Nadine stellt uns eine ganz neue Variante der Gewichtsreduzierung vor: Photosynthese. Sieben Jahre ohne Essen und Trinken. Mal was anderes. Zum Thema Essen reden wir über Nährstoffe und Kalorien, lernen, dass Schokolade lecker ist und eine Handvoll Chips pro Tag erlaubt. Wir werfen einen Blick auf die Ernährungspyramide und ignorieren die gesamte gesunde Ernährung nach dieser Lektion im Gemeinschaftsraum mit Chips, Flips, Keksen, Kuchen und - sehr zur Freude von Mike - ungesundem leckeren Bier!
Britta und Marion feiern ihren Geburtstag, Marens Ausführungen über die Gehirnfunktionen am Vormittag werden von Mike per Beamer komplett revidiert - zumindest was das männliche Gehirn angeht, nachdem es heute noch mehr Tote gab, möchte Janine nun endlich aufklären, wer der Mörder ist, aber wir lassen sie nicht, zwei Ausdauersportler greifen plötzlich zur Zigarette, es wird wild getanzt - eine lange Nacht.
GONG. Und wieder kurzer Schlaf, kurzes Frühstück, müde Gesichter und weiter.
Sport pro Gesundheit. Gemeinsam mit Silke erinnert uns Fendina noch einmal daran, warum wir eigentlich hier sind. Stimmt ja, wir wollen Gesundheitssport anbieten! Qualitätssiegel müssen beantragt werden, Anerkennungen bei den Krankenkassen durchgeboxt werden. Machen wir! Machen wir alles! Aber zunächst treffen wir uns ja noch alle im Juni zur Spezialisierung und müssen unsere Lehrversuche bestaunen lassen. Die Themen werden noch schnell hin und her getauscht. Wer will schon etwas beim Puls berechnen, wenn er doch gerade gestern erst bei Maren gelernt hat, dass nun ausgerechnet die für Zahlen zuständige Gehirnhälfte völlig unterentwickelt ist.
Es waren schöne 5 Tage in Clausthal, wir haben viel gelernt und viel Spaß gehabt!
Und: Der Mörder ist nicht immer der Gärtner!






